Würzburgs Geschichte
An der Stelle, an der schon 1000 v.Chr. die Kelten
eine Ringmauer errichtet hatten, steht heute die Festung Marienberg
und blickt über die Stadt Würzburg und den Main.
Ursprünglich hieß die Festung Marienberg Fliehburg der
Hallstattzeit. Heute ist die Festung das Wahrzeichen von
Würzburg und ein bedeutendes Beispiel für
Verteidigungsanlagen.
Die Marienkirche, eine der ältesten Kirchen
Deutschlands, befindet sich in den Festungsmauern. Sie wurde bereits
im 8 Jahrhundert gebaut und der Jungfrau Maria geweiht. Die
Festungsanlage um die Kirche wurde dagegen erst später
errichtet.
Im 13. Jahrhundert wurde mit dem Bau einer
großen Burg begonnen. Diese diente von 1253 bis 1720 als
Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Durch die
Fertigstellung mehrerer Verteidigungsanlagen entwickelte sich unter
Rudolf von Scherenberg (1466 - 1495) eine sichere Festung. Ihre
heutige Gestalt erhielt die Festung Marienberg durch Umbauten, die
auf Anordnung von Bischof Julius Echter von Mespelbrunn (1573 – 1617)
ausgeführt wurden. Er baute 1578 den Ostteil des
Südflügels, ab 1600 den Nordflügel, dann den
Marienturm und die Vorburg. Also hat er aus der Festung ein Schloss
gemacht, das bis ins 18 Jahrhundert als bischöfliche Residenz
diente. Im Zeughaus der Festung befinden sich die großen
Weinpressen, die ein Zeugnis der langen Weinbaugeschichte dieser
Region sind. Außerdem befindet sich dort das
Mainfränkische Museum. Dieses verfügt über eine
wundervolle Sammlung fränkischer Kunstwerke. Außerdem
zeigt das Museum eine Reihe exzellenter Holzplastiken des
berühmten Tilman Riemenschneider. Dieser wurde während des
Bauernkrieges im Randesackerer Turm auf der Festung Marienberg
gefangen gehalten und gefoltert.
Die Festung liegt auf einem Berg,der Bergnase
genannt wird.. Nach Osten fällt der Berg zur Stadt steil ab,
nach Süden stehen zum Teil Felsen an und auch auf der Nordseite
ist es noch ziemlich steil. Doch wurde die Festung Marienberg von
dieser Seite angegriffen. Das erklärt, warum das mächtige
Neutor erbaut wurde. Fast flach kommt dagegen der Burgweg von Westen
über den Nasenrücken. Das ist der bequemste Weg und war
darum die gefährdetste Seite. Zwei Toranlagen waren früher
zu passieren und dann stand der Feind erst vor dem finsteren
Schönborntor. Dieses Tor mit seinen hohen Mauern und seiner
gekrümmten Durchfahrt war uneinnehmbar. Einen Graben mit einer
Zugbrücke darüber, hatte es früher auch noch. Leider
wurde diese Toranlage erst am Ende des Dreißigjährigen
Krieges gebaut. Da war das Unglück schon geschehen : Als es
nämlich der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinen Soldaten
gelang, die Festung einzunehmen, war das obere Tor, das Michaelstor-
auch Echtertor genannt - der Eingang zur Festung. Hier hatte es
schwere Kämpfe mit vielen Toten gegeben und schließlich
auch den Sieg der Schweden.
Wenn man nun weiter in die Festung geht über
den Wirtschaftshof mit Pferdeställen, Schwemme und Tränke
kommen wir zum Scherenberg Tor, das im Bauernkrieg der Eingang
gewesen war. Dieses Tor hatte damals einer Übermacht
widerstanden. Kilian, Kolonat und Totnan, dazu Maria als Herzogin
Frankens, stehen als Schutzpatrone über dem Eingang zur Burg.
Dort sind zu sehen:
- der runde Wachturm, in dem noch der Kerker erhalten
ist
- der über hundert Meter tiefe Brunnen, über dem ein
zierliches Tempelhäuschen erbaut wurde
- die Rundkirche mit den Grabplatten für die
Fürstbischöfe im Fußboden
- die unterirdischen Wehrgänge
- der Fürstengarten mit der herrlichen Aussicht auf die
Stadt
- und schließlich die fürstbischöflichen
Wohnräume, jetzt mit Museum und den beiden Stadtmodellen. Aus
den Fenstern dieses Museums genießt man einen fürstlichen
Blick über die Stadt
Inzwischen hat der bayerische Staat nach erheblicher Zerstörung
von 1960 die ganze Burganlage komplett renoviert.
|