Das Julius-Spital
Das Juliusspital wurde von Julius Echter von
Mespelbrunn 1576 gestiftet. Julius Echter lebte von 1545 bis zum 13.
September 1617 und wurde gerade zum Bischof von Würzburg
gewählt. Den Grundstein legte er selbst am 12.3.1576. Das
Juliusspital war 200 Jahre lang das größte seiner Art.
Die Erbauung des Juliusspitals dauerte von 1576
bis 1793.
Das Juliusspital hatte mehrere Funktionen. Es
diente einmal als Klinik der Universität (dies war die
wahrscheinlich wichtigste Funktion), als eine Herberge für Leute
die arm waren oder die wenig Ansehen in der Gesellschaft hatten.
Außerdem diente es als Waisenhaus und Altersheim und eine Art
Hotel für Pilger, die nach Würzburg kamen.
Der Hintergrundgedanke des Juliusspitals war, all
denen ein Dach über dem Kopf zu geben, die sonst keines
hätten und so auf der Strasse leben müssten Es war also ein
Vorgänger des Obdachlosenasyls. Über dies hinaus, gab es
Verpflegung wie Essen und Trinken und außerdem gab es rät
die, die es brauchten, Medikamente und Arznei.
Das Juliusspital war schlossartig angelegt. Es
hatte große prunkvolle Fassaden und große Parkanlagen. Es
gab auch eine Apotheke, die im Rokokostil gebaut wurde und noch heute
zu besichtigen ist.
Der Rokokostil war ein Stil, bei dem die
Verzierung nicht so ausladend war, sondern eher zurückhaltend
oder dezent anders als beim Barock, bei dem alles sehr stark verziert
und geschmückt war.
Das Juliusspital musste diesen Service und die
Anlage aber irgendwie instand halten und auch das Essen und Trinken
und nicht zuletzt die Medikamente bezahlen Aus diesem Grund schenkte
Julius Echter dem Spital einige Weinberge. Mit ihnen war es kein
Problem mehr die benötigten Waren zu kaufen denn die Weinberge
lieferten gute Reben und so konnte man vorzüglich Wein
herstellen, der gerne getrunken wurde. Ein Beweis dafür dass der
Wein auch international Erfolg hatte war, dass ein Wein aus der
Auslese des Julius-Bergs von 1950 bei der Krönung der englischen
Königin Elisabeth 2. kredenzt wurde. Aber der Wein wurde nicht
nur verkauft. Die Leute auf der Klinik und im Altersheim bekamen
einmal in der Woche ein Glas voll Wein. Dies linderte den Schmerz bei
den Kranken ein wenig und die alten Leute im Altersheim waren der
beste Beweis dafür, dass man mit "Würzburger Stein"
steinalt wurde.
1699 ließ dann Fürstbischof Johann
Phillipp von Greifenclau den baufälligen Hinterbau durch einen
Neubau, den heutigen Fürstenbau, in strengem Barock von Antonio
Petrini ersetzen.
1745 brannte der Mittelbau des Juliusspitals
nieder. Der Wiederaufbau erfolgte durch Balthasar Neumann nach den
Plänen von Antonio Petrini.
1789 wurde wieder etwas umgestaltet. Der Vorderbau
des Juliusspitals wurde überarbeitet und man begann mit der
Verlegung der Kirche in den Fürstenbau.
Dann gab es einen besonders schweren
Rückschlag für das Juliusspital, denn im zweiten Weltkrieg
wurde das Juliusspital durch einen Luftangriff völlig
zerstört Allerdings komme man es im vorherigen Stil
wiederaufbauen und seitdem ist nichts mehr mit dem Juliusspital
passiert.
An dem Prinzip des Juliusspitals hat sich bis
heute nichts geändert, nur, dass das Juliusspital keine Herberge
mehr ist, sondern nur noch Krankenhaus. Aber auch die Weinkellerei
ist bis heute geblieben. Im Juliusspital gibt es 450 Betten, die aber
durch ein neues Alten- und Pfürdeheim (das ist ein Heim bei dem
man bezahlen muss für die erhaltenen Dienste) auf 670
Krankenbetten erweitert werden können. Das Juliusspital
verfügt 3435 ha Wald, über 1100ha landwirtschaftliche
Güter und nicht zuletzt über 120ha Weinberge in den besten
Lagen Frankens.
Heutzutage kann man die schlossartigen Anlagen des
Juliusspitals mit einer Führung besichtigen. Man kann die
Gartenfront von Antonio Petrini oder die barocke Brunnenanlage von
Jakob van der Auvera besichtigen. Jede Führung zeigt auch das
große Kellergewölbe wo wie früher auch noch heute
Wein lagert.
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