Geschichte der Wallfahrtskirche St. Maria (Käppele)
Auf der linken Mainseite in Würzburg auf dem
Nikolausberg liegt das Käppele. Es wurde 1748-1752 erbaut. Der
Sage nach fand ein Fischer im Jahre 1640 eines Tages ein kleines
Vesperbild, eine Pieta, die er in einen Bildstock seinen Weinstock
stellte. Das Volk der Umgebung kam, um hier für das Ende des
30-jährigen Krieges (1618-1648) zu beten. Viele Menschen wurden
in dieser Zeit hier auf wundersame Weise geheilt und deshalb wurde
über dem Vesperbild eine kleine Holzkapelle errichtet, vom Volk
Käppele genannt. Aber weil immer mehr Menschen kamen, wurde die
Gnadenkapelle errichtet, die heute noch steht. Kurz darauf sollte
neben dieser eine Wallfahrtskirche gebaut werden, aber der damalige
Bischof war dagegen. Aber dann wurden des Nachts sieben
merkwürdige Lichterscheinungen gesehen und der Bischof willigte
ein, die Kirche zu bauen. Also wurde sie 1748 nach den Plänen
von dem, vor allem in dieser Gegend bekannten Balthasar Neumann,
errichtet.
Ein Jahr später zogen Kapuziner (ein den
Franziskanern zugeordneter Orden) ein und wurden Hüter der
Wallfahrt.
1750-1800 wurde die Kirche so ausgestattet, wie
sie heute noch steht. Bis 1758 wurden eine Orgel gebaut, Bilder im
Inneren gemalt und der Treppen- und Terrassenaufgang
(Stationsweg/Kreuzgang) gebaut. Danach wurden noch Altäre und
Kanzel aufgestellt.
Am 16. 3. 1945 wurde fast ganz Würzburg
zerstört, doch das Käppele blieb unversehrt. Die Bomben
wurden angeblich von einer Frau im weißen Gewand aufgefangen.
Andere sagen, dass, das Käppele brannte, aber sicher ist man
sich darüber nicht. Viele Leute kamen nun auch von weit her und
das Käppele wurde zu einem beliebten Wallfahrtsort. Im April
gleichen Jahres sollte das Käppele von einem deutschen Soldaten
in Trümmer geschossen werden, aber dieser verweigerte den Befehl
und so steht das Käppele noch heute.
Bau und Einrichtungen des Käppeles
Das Käppele ist heute der berühmteste
Wallfahrtsort der Diözese (Amtsgebiet eines bestimmten
Bischofs): Das Käppele ist 26m lang , 20m breit und der
Kuppeldurchmesser beträgt 12,5m. Die Türme sind 34m hoch.
Der Stationsweg hat 255 Stufen. Neben den Stufen stehen
fünfundsechzig lebensgroße Figuren von Paul Wagner.
Wenn man die Kirche zum ersten Mal betritt, kommt
sie einem dämmrig oder sogar düster vor. Doch wenn man sich
daran gewöhnt hat, erkennt man die prachtvolle Ausstattung im
Inneren. Sie stammt aus der Zeit des Rokokos, der ja für seine
geschweiften und vergespielten Formen bekannt ist.
In der Gnadenkapelle ist es heller. Hier findet
man in einem Glasschrein das Vesperbild, über das man die Kirche
gebaut hat. Es zeigt Maria mit ihrem toten Sohn auf dem
Schoß.
Im Kloster neben der eigentlichen Kirche leben
heute drei Väter und zwei Brüder. Sie betreuen jedes Jahr
ungefähr 100 größere und viele kleinere
Pilgergruppen. An die 200 Hochzeits- und Jubelpaare (silberne und
goldene Hochzeiter) feiern im Käppele.
Auch heute noch ziehen vor allem in der
Pfingstwoche Prozessionen den stimmungsvollen Stationsweg hinauf.
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