Tilman Riemenschneiders Werke
Tilman Riemenschneider ist der wohl bedeutendste
Bildhauer seiner Zeit, der seine Werke hauptsächlich aus
Sandstein und Lindenholz anfertigte. Riemenschneider hatte schon nach
kurzer Zeit viele Bewunderer seiner Kunst gefunden und Jahr für
Jahr entstanden immer mehr berühmte Werke.
Zum Beispiel:
- die Riemenschneider-Sammlung im Mainfränkischen Museum in der Festung Marienberg,
- zwei Bischofsgräber im Würzburger Dom
- und die Figuren Adam und Eva (auf die wir später noch näher eingehen möchten).
Andere berühmte Werke sind:
- die Beweinung in Maidbronn/Rimpar,
- die Rosenkranzmadonna in Volkach,
- der Magdalenenaltar in Münnerstadt,
- der Rothenburger- Heiligblut- Altar,
- der Riemenschneider- Altar in Creglingen
- und das Kaisergrab im Bamberger Dom.
Er versorgte schon bald ganz Süddeutschland
mit seinen Skulpturen. Das Besondere an seiner Kunst war, dass
Riemenschneiders Werke keine Bemalung nötig hatten, weil die
Licht- und Schattenwirkungen diese entbehrlich machten. Sowohl in der
Bearbeitung von Holz, als auch in der von Steinen. Leider konnte
Riemenschneider seine Position als führender Künstler nicht
lange halten. 1520/21 wurde er Bürgermeister von Würzburg
und er stellte sich 1525 im Bauernkrieg auf die Seite der Rebellen.
Dieses Ereignis führte dazu, dass Riemenschneider seiner
Ämter enthoben, gefangen genommen, gefoltert und eingesperrt
wurde.
Adam und Eva
Adam und Eva vom Marktportal der Würzburger
Marienkapelle waren Riemenschneiders erster öffentlicher Auftrag
in Würzburg. Riemenschneider erhielt als Bezahlung für die
beiden sorgfältig gearbeiteten Bildwerke 120 Gulden. (Für
die Apostelfiguren an der Marienkapelle erhielt er pro Bildwerk 10
Gulden.)
Der Auftraggeber der beiden Figuren war der
Unterrat Würzburgs, der mit Riemenschneider eine Prämie von
20 Gulden vereinbarte, wenn die Figuren "kunstlich, meysterlich
und zirlich" gemacht wären. Die weich modellierten
Gesichter und die feine Haarpracht zeugen noch heute von der
besonders hohen Qualität dieser Ausführung.
Tilman Riemenschneider stellte das Gesicht Adams
jugendlich und in kindlicher Unschuld dar. Wahrscheinlich wollte er
damit die Unschuldigkeit vor der Sündentat darstellen.
|